Schöntal. Schon seit Tagen laufen in Schöntal die Rasenmäher in allen drei Ortsteilen auf Hochtouren. Nicht nur in den Gärten, die für die Öffentlichkeit geöffnet werden, herrscht Hochbetrieb; ganz Schöntal putzt sich für den Tag der „Offenen Gärten“ heraus. Bereits verblühte Pflanzen werden noch abgeschnitten, der ein oder andere Blumentopf platziert, Gartenwege gekehrt, Koniferen ein flotter Schnitt verpasst, um nur einige Maßnahmen zu erwähnen.  Die Gartenkunst wird in einigen der geöffneten Gärten hochgehalten. Es gibt allerhand Schönes und Dekoratives aus Stein, Keramik und Eisen, mit und ohne Rost, zu Bestaunen und Kaufen. Auch gemalte Kunst und Skulpturen gibt es zu sehen, die Barockscheuer in Oberschöntal hat eigens ihre Vernissage auf diesen Tag gelegt. Aquarelle gibt es in der Galerie von Marlene Wittmaier, in Unterschöntal zu bestaunen. In ihrem schnuckeligen Garten gibt es außerdem viele Informationen über Bienenzucht und Heilkräuter.

Die zehn plus eins „Offenen Gärten“ werden jeweils durch eine nummerierte Sonnenblume, immer unterschiedlich kreativ angebracht, gekennzeichnet.  Mal auf einem eigens dafür gezimmerten Gartentürchen, mal an der Windschutzscheibe eines antiquarierten Ford Taunus…

Außerdem gibt es zur Orientierung sehr schön gestaltete und gedruckte Flyer und Plakate, alles Made in Schöntal.

In einem der Gärten kaufe ich noch schnell eine selbstgemachte Seife namens Louise, bevor ich im nächsten Garten einen Kuchen probiere. Eigentlich hatte ich es ja auf eine der vegetarischen Pizzas, frisch aus dem Backhäusle einer Schöntaler Kommune abgesehen, aber diesen Wunsch hatten einfach zu viele Menschen. Gemütlich sah es aus, dort im Gras zu flaggen oder in der Hängematte zu liegen.

Apropos Menschen. Zahlreich waren sie in den Schöntalen an diesem Tag unterwegs. Die ausgewiesenen Parkplätze waren alle belegt, viele kamen auch mit den Rädern oder zu Fuß.

 Man sah am Tag der „Offenen Gärten“ glückliche Gesichter. Die Organisatoren und Gartenbesitzer, weil das Wetter so schön war und die Stimmung so gut. Die Jugendlichen aus Schöntal, weil was los war. Die Besucher, weil sie einfach überwältigt waren von der Vielfalt, der Schönheit und der Größe der Gärten.

Ein Highlight war natürlich auch die Fahrt mit dem „Traktor-Shuttle“, das unermüdlich durch die Ortsteile tuckerte. Seine „Verwandten“ fand man versammelt bei der Fendt- Traktoren-Ausstellung beim Aussiedlerhof Klenk. Dort wurden die Technikfreaks mit Kässpätzle und einem großen Kuchenbüffet versorgt.  Manche Mutter sah kaum ein Blümchen, weil ihre Kinder lieber auf den Traktoren herumkletterten.

Ab 17 Uhr wurde dann  Gärten für das Public Viewing der Fußball-Weltmeisterschaft genutzt. Es fehlte nur noch ein Sieg der Deutschen Mannschaft.

Von Martina Muck
Schöntal-Forum